"Erster römischer Feldflugplatz Vielbrunn"

"Es muss so um 120 n. Chr. zur Zeit des römischen Imperators Hadrian gewesen sein, da eine römische Centurie Aviatus, stationiert im nahegelegenen Römerkastell Hainhaus, mit den ersten Flugversuchen auf der Vielbrunner Höhe nahe des Limes begann. Bei Dränagearbeiten fanden wir in den 1970er Jahren Überbleibsel der einstigen römischen Besatzer: unter anderem die Scherben eines tönernen Dachreiters *) und die Bruchstücke eines Lande-T **) aus gekalkten Buntsandsteinplatten. Da nicht umweit der Fundstelle einst ein römischer Wachturm stand, der den Blick vom römisch besetzten Germania Superior in das im Osten gelegene freie Germanien bot, lag die Vermutung nahe, dass die Römer die strategisch günstige Lage der Vielbrunner Höhe für ihren ersten römischen Feldflugplatz am Limes nutzten. Der Zweck war aller Wahrscheinlichkeit nach die Durchführung von Aufklärungsflügen über dem angrenzenden feindlichen Gebiet der barbarischen Germanen. Mit der Verlegung des Odenwaldlimes um ca. 30 km nach Osten wurde der Feldflugplatz etwa 150 n. Chr. verlassen, was auch den Grund dafür darstellen dürfte, dass wir bislang noch keinerlei Reste römischer Fluggeräte finden konnten."

Wie mögen diese ersten römischen Fluggeräte ausgesehen haben? Unser Vereinsaufkleber, gezeichnet von Horst Loeb, zeigt es Ihnen:

Diesen Aufkleber erhalten Sie in unserer Vereinsgaststätte gegen eine Schutzgebühr von Euro 1,50. Besuchen Sie uns einfach mal am Wochenende auf dem Segelflugplatz Vielbrunn.

*) Dachreiter: Noch heute werden Dachreiter (auch Landereiter genannt) verwendet um die Landebahn zu markieren. Mittlerweile bestehen Sie aber z.B. aus wetterfestem Kunststoff, rot-weiß oder gelb-schwarz lackiert.

**) Lande-T: Das Lande-T kennzeichnet den Beginn des Landefeldes (Schwelle) und die Landerichtung. Heute verwendet man zumeist weiße Kunststoffplanen, die auch wesentlich einfacher zu transportieren sind.

 
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